Reviergang: Die lieben Kollegen (Reisepresseschau Nr.2)

Ein Blick auf die Onlineseiten der großen Zeitungen brachte in dieser Woche eine handvoll  Themen aus meinem Berichtsgebiet auf Pixel und Papier. Die Top 3:  Ein aktuelles Gespräch mit dem toten Fürst Pückler, ein Artikel der dem Thema “Stand-up-Paddling in Deutschland” weiträumig Platz einräumt und eine weitere Kostprobe vom britischen Guardian: Die zehn Top-Adressen für Imbisse in Berlin.

 

 

Die hässlichsten Yachten der Welt

Handelsblatt Online hat eine Klickstrecke mit den 10 hässlichsten Booten der Welt, wie es die Autoren des Beitrags nennen, zusammengestellt. Es handelt sich zumeist um Mega- und Superyachten, die von den üblichen Seegewohnheiten im Design abweichen. Wirklich hässlich sind die schwimmenden Paläste nicht — zumindest kenne ich zwischen Berlin und Schwerin eine Unzahl von Booten, die nicht mal als Designstudie durchgingen.

 

 

Im Plausch mit Fürst Pückler

Einen Reisevorschlag in ganz eigenem Stil macht Heidi Diehl im Neuen Deutschland. In einem fiktiven Gespräch unter Reisenden lässt die Redakteurin Hermann Fürst von Pückler-Muskau seine geschaffenen Gartenreiche kommentieren. Seine Anmerkungen zu den Lausitzer Landschaftsparks in Cottbus-Branitz, Bad Muskau und Brody (Polen) wurden aus der Literatur des großen Gartengestalters entnommen. Der war ein bekannter Reiseschriftsteller seiner Zeit, weshalb ein breiter Textfundus über sein Wirken zur Verfügung steht.

 

 

Wandern mit den Ohren

Martin Cyris  hat eine Wandertour mit dem iPod getestet. Wie der Autor schildert, handelt es sich bei dem Audioguides für Wanderer um ein “Ei des Kolubus”. Nicht nur Rentner, auch Kinder entdecken damit die Faszination für den Weg durch den heimischen Wald. Der Artikel in der Stuttgarter Nachrichten hat für dieses Thema eine Tour an der deutsch-luxemburgischen Grenze ausgewählt. Mit Sicherheit wäre die tragbaren Klangkollagen auch ein Gewinn für weniger atemberaubende Landschaften, etwa in der norddeutschen Tiefebene.

 

 

Kurioser Reiseführer

Auf Bild.de wird ein Reisebuch aus dem Conrad Stein Verlag vorgstellt. Thema: Nacktwandern. So gibt es zum Beispiel einen „Naturistenstieg“ bei Wippra in Sachsen-Anhalt. Schilder weisen hier andere Wanderer durch den Harz auf die nackten Tatsachen hin: „Willst Du keine Nackten sehen, darfst Du hier nicht weiter gehen.“ Der westfälische Verlag hat in seinem Programm durchaus auch Hingucker-Bücher für jedermann. Das einende Motto: Der Weg ist das Ziel. Einige Hausbootouren-Guides für England und Irland sind ebenfalls im Programm.

 

 

Weltausstellung der Gartengestaltung 

Andreas Heimann vom dpa-Themendienst hat ein etwas unbekannteres Berlin-Thema auf sueddeutsche.de veröffentlicht: die Gärten der Welt im Plattenbauviertel Mahrzahn. In einer Bilderstrecke stellt er diesen beachtenswerten Park im Berliner Osten vor. Die Anlagen bilden bekannte Gartenstile aus Italien, Korea, Japan und viele andere nach. Bei schönem Wetter ist diese Gartenweltausstellung eine kleine Reise innerhalb Berlins wert.

 

 

Wasserski-Langlauf auf der Spree

Andreas Lesti beleuchtet für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung das Thema Stand-up Paddling (SUP). Dies ist seit einigen Jahren ein weiterer Trendsport auf dem Wasser. Man steht auf der stabileren Variante eines Surfbrett und bewegt sich mit Spezialpaddeln über die Wasseroberfläche. “Wenn Windsurfen Alpinski ist, dann ist SUP Skilanglauf”, lässt der Autor den Charakter des Sports auf den Punkt bringen. Genauer angeschaut hat sich Lesti das Thema in Berlin-Köpenick, wo man sich in SUP einweisen lassen kann.

 

 

Warnemünde as usual

Hans Schloemer stellt für Die Welt die Geschichte und Eigenart des Rostocker Hochseehafens im Stadtteil Warnemünde vor. Der Artikel startet originell mit der Betrachtungsweise amerikanischer Kreuzfahrttouristen auf den Ostsee-Port: Warnemünde gilt bei ihnen mitunter als „Berlin Harbour“. Nachfolgend kommt der Text über die nahe liegenden Beobachtungen eines sonntäglichen Promenadenbummels nicht hinaus.

 

 

Robinson für Arme

Für alle, die keine Zeit oder kein Geld für die nächste Eskapade auf eine Südseeinsel haben, stellt der Jouanlist Wolfgang Stelljes eine Alternative vor der Haustür vor. Er hat für seinen Artikel, der zum Beispiel bei der Berliner Morgenpost erschien, das Thema Flussinseln in Deutschland recherhiert. Von denen gibt es einige, etwa Harriersand und Wilhelmsburg in Weser und Elbe.

 

 

Auf dem Weg zum Bierhaus

Der Guardian bringt online die Liste „10 of the best budget eats in Berlin“ ins Netz — also zehn der besten Fressbuden an Spree und Landwehrkanal. Insbesondere Kreuzberg und die Currywurst scheinen es dem Autor Jeroen van Marle anzutun. Die Liste gibt’s hier. Amüsant für Deutsche, insbesondere Berliner, ist die Diskussion unter englischsprachigen Berlin-Touristen und Einwohnern in den Kommentaren zum Artikel. Ein User meint zur Restaurantauswahl „So much Currywurst? If you’re visiting, you only need to eat this once – it’s shite.“ Ein anderer schreibt:  „…a few more places for us to try and save us money for the bierhaus!“  Cheers, man.