Aufs Schusters Rappen im Trab durch die Sächsische Schweiz

Mein aktuelles Reisebuchprojekt führt mich in die Felsentäler der Sächsischen Schweiz. Als Autor eines etwa 160-seitigen Landschaftsporträts über diese Region muss ich nun für die kommenden 12 Monate noch so einige Male in den Landstrich südlich von Dresden.

 

Die Fotografin Christin Drühl und ich haben die Gunst des schönen Spätsommerwetters genutzt und quartierten uns in Dresden fünf Minuten vom Hauptbahnhof entfernt ein. So konnten wir an drei aufeinanderfolgenden Tagen nach kurzer S-Bahn-Fahrt das Gebiet beidseits des Elbtals erwandern – auf verschiedenen Routen:

 

Tag 1: Stadt Wehlen – Rauensteine – Königstein

Auf der Suche nach dem perfekten Panorama auf den Bastei-Felsen, den Lilienstein sowie die Festung Königstein wählten wir den Aufstieg zu den Rauensteinen am westlichen Ufer der Elbe über der Stadt Wehlen. Man muss sagen, dass man von dort oben zwar einen guten Blick hat, jedoch verdecken die Bäume den Blick auf die Elbe.

 

Tag 2: Kurort Rathen – Felsgebiet der Bastei mit Amselgrund

Mit der S-Bahn bis Rathen, dann mit der einzigen Gierseilfähre über den Strom zum Ostufer übergesetzt und binn 20 Minuten die Bastei erstiegen. Dort sind natürlich Massen und Menschen unterwegs – doch nicht zu Unrecht – welch erhabenes Panorama zu allen Seiten.

Im Anschluss wählten wir den Abstieg über die Schwedenlöcher zum Amselgrund. Kurzer Abstecher zur Amselfallbaude mit einem Wasserfall, der per Münzeinwurf aktiviert wird. Die Nationalparkinformation am Amselfall ist sehr gut gemacht – vor allem für Kinder sehr anschaulich. Bei der Rückkehr in Rathen kehrten wir bei der Forellenräucherei ein. Prima Fischerhütte.

 

Tag 3: Hinterhermsdorf – Oberes Kirnitzschtal – Zeughaus und Großer Zschand

Mit dem Bus ging’s ab Pirna bis in den hintersten Winkel der Sächsischen Schweiz. Hier sind kaum Touristen anzutreffen. Nach kurzer Wanderung in die Felsenklamm des Kirnitzschtals erwartete uns eine Bootsfahrt in einem Holzprahmen zwischen den Felswänden. Die Schiffer erzählen hier übrigens genau die gleichen Schwänke wie ihre tschechischen Kollegen in der Böhmischen Schweit in der Klamm der stillen und wilden Souteska zwischen Mesni Louka und Hrensko. Nach der Kahnfahrt wanderten wir gefühlte Ewigkeiten durch die bewaldeten Felsgebiete und erreichten kurz vor Einbruch der Dunkelheit schließlich das Gasthaus Altes Zeughaus, mitten auf einer Lichtung am alten Forsthaus im Gebiet des Großen Zschand. Gute, ökologische Gastronomie und eigentlich ein perfekter Ort, um einige Tage Wald- und Felseinsamkeit zu erleben. Weiter ging’s im Sauseschritt ins untere Kirnitzschtal. Da derzeit die Strecke der historische Überlandstraßenbahn saniert wird, mussten wir uns ein Taxi nach Bad Schandau mit weiteren Wanderern teilen. Ein Päärchen war für 10 Tage unterwegs auf dem Malerweg – das Gepäck wird dabei von einem Anbieter von Hotel zu Hotel gebracht – ein wirklich schönes Angebot.

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